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BMSB - Der sichere Export nach Australien und Neuseeland

Das Landwirtschaftsministerium der australischen Regierung (Australian Government Department of Agriculture) hat eine Schädlingsbehandlungspflicht für bestimmte Warengruppen festgelegt, die ab dem 01.09.2021 per Seefracht nach Australien verladen werden. Es müssen Güter dieser Warengruppen aus bestimmten Risikoländern begast oder hitzebehandelt werden. Dies soll die Einfuhr der Marmorierten Baumwanze (engl. Brown Marmorated Stink Bug = BMSB - umgangssprachlich auch gern Stinkwanze genannt) nach Australien und Neuseeland verhindern, da dieser Schädling die dortige Landwirtschaft beeinträchtigen kann. Liegt für die unter diese Bestimmung fallenden Seefrachten kein korrektes BMSB Treatment Certificate vor, können die australischen Behörden die Vernichtung der Ware vor Ort oder die Rückverschiffung anordnen – auf Kosten des Versenders.

Neben Deutschland zählen unter anderem auch die Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland zu den 33 von der australischen Regierung festgelegten Risiko-Herkunftsländern. Von der Regelung betroffene Warenarten sind unter anderem Holz, Kork, Aluminium, Teppiche, Gestein, Glas-, Eisen- und Stahlwaren.

Eine unserer Kernkompetenzen ist die Behandlung von Exportgütern Vorratsgütern in Containern und Schiffen. Von der Bearbeitung einzelner Container bis hin zu einem Fullservice-Komplettpaket inklusive Logistik, Handling, Lagerung und Verschiffung: Mit S&A haben Sie einen kompetenten Partner an Ihrer Seite, der als ein Unternehmen der Rentokil Initial Gruppe global vernetzt ist und den höchsten internationalen Qualitäts- und Sicherheitsstandards entspricht. Mit dem eigens von uns entwickelten, in Deutschland zugelassenen Begasungsmittel FRISIN® bieten wir eine hocheffektive und umweltfreundliche Lösung. Wir sind einer der wenigen Anbieter in Deutschland, die sowohl Schiffsbegasung wie auch Hitzebehandlungen anbieten.

Schäden durch die Marmorierte Baumwanze

Sie sind für den Menschen ungefährlich, können in der Landwirtschaft aber erhebliche Schäden anrichten. Die Marmorierte Baumwanze (auch als Stinkwanze bekannt) ist etwa 15 mm groß. Beim Aussagen des Saftes aus Früchten spritzt sie zusammen mit dem Speichel ein giftiges Enzym in die Frucht, wodurch dunkle Verfärbungen und Nekrosen entstehen. Darüber hinaus überträgt die Wanze für Pflanzen gefährliche Krankheitserreger – die Früchte sterben frühzeitig ab und es kommt zu Ernteausfällen von bis zu 50%.

So müssen die Waren behandelt werden

Ort

Je nach Verladeart gibt es Unterschiede über den vorgeschriebenen Ort der Behandlung. FCL-Container können entweder in Deutschland oder in Australien behandelt werden. LCL-Sendungen, die im Sammelcontainer (FAK) nach Australien verladen werden, sollten dagegen vor der Verschiffung in Deutschland bzw. Europa behandelt werden. Bei Verladungen per Open Top Container, Flat Rack Container, Break Bulk oder von Fahrzeugen besteht eine klare Behandlungspflicht vor der Verschiffung in Deutschland bzw. Europa.

Zeitfenster

Wie viel Zeit zwischen dem Ende der Behandlung und dem Verladetermin auf das Seeschiff eingehalten werden muss, gibt die australische Regierung in den BMSB-Vorschriften nicht an.

Behandlungsmethoden

In Australien und in der EU zugelassene Behandlungsmethoden sind sowohl die Hitzebehandlung als auch die Begasung mit Sulfurylfluorid. Hinzu kommen weitere, an dem jeweiligen Behandlungsort zugelassene Gase.

Anbieter

Eine Schädlingsbehandlung der Güter dürfen nur Firmen durchführen, die zuvor vom australischen Landwirtschaftsministerium zugelassen worden sind.

Umgebungsbedingungen

Während der Begasung muss im Container eine Warentemperatur von mindestens 10 °C vorhanden sein.

Verpackung der Ware

Sowohl die Ware als auch der Container müssen im Falle einer Begasung begasungsfähig sein. Das bedeutet, dass die Warenpaletten nicht gasdicht eingeschweißt sein dürfen. Eine gute Alternative stellt ein Wickelnetz dar. Wichtig ist auch, dass im Container genügen Platz für die Entfaltung des Gases vorhanden ist.

 

Fazit:

Die BMSB-Bestimmungen der australischen Regierung sind sehr streng und werden bei der Einfuhr ohne Ausnahmen durchgesetzt. Um eine Vernichtung der Waren oder eine Rückverschiffung zu vermeiden, sollten Sie als Exporteur daher vorab genau prüfen, ob Ihre Waren zu den Hoch-Risiko-Gütern gehören. Wenn ja, kalkulieren Sie Lieferungsverzögerungen sowie die Kosten für die Schädlingsbehandlung ein und informieren Sie Ihre australischen Kunden rechtzeitig darüber.

Weiterführende Informationen zu den australischen BMSB-Bestimmungen erhalten Sie auf der Internetseite des Australian Government Department of Agriculture: